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Was genau ist Hypnose?

- Allgemeines
  -- Trance
- Trance-Zeichen – Trance-Phänomene
- Von der leichten Entspannung zur Tieftrance
- Klassische Hypnose und MILTON H. ERICKSON
  -- Die wesentlichen Unterschiede
- Was ist das Unterbewusstsein?
- Ein Wort zum Thema Bühnen-Hypnose
- Literatur Empfehlungen
- Link-Empfehlungen

Allgemeines

Zwei Begriffe geistern in den Köpfen der Menschen über dieses Thema: Trance (lat.-frz.-engl. [sprich: ‘trã:s]) und Hypnose (gr.). Tatsächlich sind diese Begriffe (semantisch gesehen) gleich! Sie bedeuten „schlafähnlich eingetrübter bzw. eingeschränkter Bewusstseinszustand“. In der Umgangssprache wird, besonders unter Fachleuten, das Wort Trance eher für den Bewusstseinszustand und Hypnose eher für das Verfahren, eine Trance einzuleiten und damit zu arbeiten verwendet. Man begegnet aber auch entgegengesetzten Verwendungen.

Die Vorstellung, dass ein solcher Bewusstseinszustand „eingetrübt“ bzw. „eingeschränkt“ sein soll, erzeugt bei vielen Menschen Ängste, die insofern unbegründet sind, als dass ein Alpha-Zustand (leichteste Form der Trance) z.B. als Zustand höchster Aufnahmefähigkeit und Kreativität empfunden wird. Auch treten, bei sich entwickelnder Trance, mehr und mehr die bewussten Kontrollfähigkeiten hinter die unbewussten Kontrollmechanismen, welche sehr viel absoluter und sicherer funktionieren. Da wir uns hier weder mit Bühnen-Hypnose noch mit Alfred Hitchcock befassen wollen, sondern eher an dem interessiert sind, was tatsächlich passiert und wie es zu unserem Vorteil genutzt werden kann, werde ich mich auf die Wahrheit anstatt auf Mythen konzentrieren!

Trance ist ein ganz normaler (also physiologischer) Bewusstseinszustand, den Menschen durchschnittlich 1x in der ¼ Stunde erleben. Wir nennen dies Alltags-Trance. Sie fahren mit dem Fahrstuhl, schauen mit „verträumten Blick“ auf die Anzeige – 8, 7, 6,... – und sind in Trance! Vielleicht wundern Sie sich jetzt, dass Sie dabei ja gar nicht bewusstlos sind. Natürlich nicht, ich bin ja schließlich nicht Alfred Hitchcock und wir reden hier über das, was tatsächlich passiert. Kein Mensch wird bewusstlos, wenn er in Trance geht, weder wenn er diese von allein entwickelt, noch wenn er als Hypnotisand von einem Hypnotiseur hineingeführt wird! Viele Menschen glauben, sie waren gar nicht in Trance, nur weil sie nicht bewusstlos waren.

Selbst in sehr tiefen Trance-Zuständen (somnambulen Trancen) ist dies nicht der Fall. Man verliert das Interesse an dem was außen passiert, geht ganz in eine innere Welt und entwickelt sehr häufig einen Gedächtnisverlust (Amnesie) über diesen Zeitraum. Amnesie hat aber nichts mit Bewusstlosigkeit zu tun, sondern man erinnert sich an etwas nicht mehr, das man aber tatsächlich erlebt hat.

Wahrlich entwickeln alle Menschen in Trance gewisse Trance-Zeichen/-Phänomene. Derer gibt es viele und sie treten in individuell sehr unterschiedlichen Ausprägungen und Kombinationen auf. Manche sind sehr häufig andere eher selten. Einige Menschen entwickeln bestimmte Trance-Phänomene selbst bei konsequenter Suggestion nie!

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Trance-Zeichen – Trance-Phänomene

Folgende Trance-Zeichen/-Phänomene sind sehr häufig zu beobachten:
  • Gesichtszüge werden symmetrischer
  • Muskeln entspannen sich
  • Atmung verändert sich (meist verlangsamt und tiefer)
  • Haut-Rötungen entstehen
  • Unbewusste (ideomotorische) Bewegungen können entstehen (Zuckungen, leichte unkoordinierte Bewegungen, ...)
Außerdem gibt es andere Phänomene die sich verstärken und auch häufen, je tiefer man in Trance geht:
  1. Der körperliche Zustand kann sich verändern (Atmung, Herzfrequenz, Ent-/Anspannung, Wärme/Kälte, Körpergrenzen, ...).
       
  2. Meist verschiebt sich der Wahrnehmungs- und Aufmerksamkeitsfokus nach innen oder nach außen. Oft wechseln Menschen auch von ihrem hauptsächlich visuellen, auditiven oder kinästhetischen (gefühlsmäßigen) zu einem anderen Repräsentations-System.
       
  3. Anmerkung: Alle Menschen entscheiden sich unbewusst mehr oder weniger deutlich dafür, das Sehen, Hören oder Fühlen in allen Ihren Aufnahme-, Denk- und Erinnerungs-Vorgängen zu bevorzugen. Dies schlägt sich in allen unbewussten Verhaltensweisen und auch z.B. in der Wortwahl in Gesprächen und in der Art die Stimme zu benutzen wieder.
       
  4. Manchmal wechselt man von Dissoziation zu Assoziation oder umgekehrt, dass heißt man nimmt sich außerhalb von sich selbst wahr, beobachtet sich also oder nimmt die Umgebung aus einer in sich selbst zentrierten Position wahr, sieht die Welt also aus seinen eigenen Augen.
       
  5. Gelegentlich entsteht eine Art körperliche Starre (Katalepsie; man fühlt sich irgendwie wie gelähmt bzw. blockiert etwas zu tun) oder seltener, wenn nicht gerade suggeriert, eine Zunahme der Bewegungs-Aktivität (Hyperaktivität) (z.B. Alltags-Trance im Leistungs-Sport oder Ausrasten im Streit).
       
  6. Häufig entstehen (auch unbemerkt) sogenannte ideomotorische Bewegungen, also Bewegungen, die wie von alleine zu entstehen scheinen (Zuckungen, unwillkürliche Bewegungen, Finger-Signale, Arm-Levitation, ...)
       

    Entwicklung einer Arm-Levitation in der Hypnose-Praxis
       

  7. Oft verzerrt sich die Wahrnehmung der Zeit (Zeitverzerrung), man hat das Gefühl, die Zeit „rast“ bzw. „will gar nicht vergehen“ oder man fühlt sich „zeitlos“.
       

  8. Bisweilen fühlt man sich „wie damals“ (Regression) oder hat das Gefühl „steinalt“ zu sein (Progression) (z.B. Regression bei Hypnotherapien, bei denen mit Problemen gearbeitet wird, die aus der Vergangenheit stammen).
       

  9. Mitunter weiß man nach einer Hypnose gar nicht mehr, was in dieser Trance-Zeit passiert ist (Amnesie), allerdings glauben viele Menschen fälschlicherweise, dies müsse geschehen, sonst war es gar keine Trance/Hypnose. Ab und zu erinnert man plötzlich Dinge, an die man schon lange nicht mehr gedacht hat/ die einem nicht mehr eingefallen sind (Hypermnesie).
       

  10. Zuweilen verringert sich die körperliche Wahrnehmungs-Fähigkeit (Analgesie/Anästhesie) (man bemerkt z.B. erst viel später an bestimmten Symptomen, dass man sich offenbar irgendwann, irgendwo gestoßen haben muss), oder man spürt plötzlich bestimmte Dinge intensiver als sonst (Hyperästhesie) oder man spürt etwas anders, als es sich eigentlich anfühlen müsste (größer/kleiner, länger/kürzer, ...).
       

  11. Hin und wieder sieht, hört, fühlt, riecht oder schmeckt man Dinge, die eigentlich gar nicht da sind (Einbildungen – positive Halluzinationen), und manchmal sieht, hört, fühlt, riecht oder schmeckt man Dinge nicht, die aber tatsächlich da sind (negative Halluzinationen). Haben Sie schon wahrgenommen, wie sich die Unterlage anfühlt, auf der Sie gerade sitzen? – Das ist eine negative Halluzination; das Gefühl war da, Sie haben es aber zeitweise nicht wahrgenommen! Ein interessantes und häufiges Phänomen ist auch der sogenannte „Tunnelblick“. Wenn man tiefer und tiefer in Trance geht, die Augen aber geöffnet hält, verengt sich das Sehfeld mehr und mehr, so dass man wie durch einen Tunnel schaut.

Alle Trance-Phänomene sind normalerweise durch entsprechende Suggestionen bzw. Vorgehensweisen auslösbar. Dazu kommt die Idee von der „Problem-Trance“. Probleme wie Ängste, Stress, Depressionen, oder sogar Neurosen und Psychosen könnte man aufgrund der auftretenden Zeichen auch als Trance ansehen. Dementsprechend kann man Techniken entwickeln, wie man einen solchen Menschen aus seiner selbständig entwickelten „Problem-Trance“ wieder sozusagen herausholt (reorientiert).

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Von der leichten Entspannung zur Tieftrance

"Nehmen Sie sich nun ruhig ein wenig Zeit für sich, machen Sie's sich bequem und kommen Sie in Ihrer Weise einfach irgendwie zur Ruhe." Und schon entwickelt sich eine leichte Entspannung - so entsteht eine Trance (Muskeln entspannen sich, Gesicht wird symmetrischer,...). "Erinnern Sie sich an einen Augenblick zurück, an dem Sie etwas wirklich schönes erlebt haben. Tun Sie innerlich so, als würden Sie es jetzt erleben, drehen Sie innerlich die Zeit zurück und schauen Sie sich vor Ihrem inneren Auge an, was Sie sehen: die Farben, die Menschen und Dinge und erinnern Sie sich an das, was Sie gehört haben: die Stimmen, Geräusche oder Musik. Spüren Sie, was Sie dabei fühlen, äußerlich und innerlich" – dabei haben Sie schon eine leichte Trance entwickelt (Verschiebung des Aufmerksamkeits-Fokus, Muskelentspannung, ...)! Trance kann in Problemfällen aber auch Anspannung bedeuten.

GehirnwellenWenn die erste leichte Entspannung entsteht, produziert das Gehirn, im EEG messbar, vermehrt einen bestimmten Typ von Gehirnwellen: Alpha-Wellen – deshalb Alpha-Zustand. Außerdem sieht man häufig, etwas tiefer in Alpha, schnelle Augenbewegungen, sogenannte REMs (Rapid Eye Movements). Diese sind ein typisches Zeichen für eine sich entwickelnde Trance. Sie sind aber auch individuell unterschiedlich stark ausgeprägt. Entwickelt sich die Entspannung weiter, treten im EEG irgendwann vermehrt Theta-Wellen auf. Entwickelt sich diese Entspannung noch weiter, hin zu einer somnambulen Trance, entstehen verstärkt Delta-Wellen. Die unterschiedlichen Trancetiefen werden individuell sehr unterschiedlich wahrgenommen (vgl. Trance-Zeichen). 

Die Entwicklung ist dabei immer fließend, Sie bemerken also keinen stufigen Unterschied zwischen den einzelnen Phasen. Die Trancetiefe variiert auch im Laufe eines Prozesses, egal ob er selbständig oder geleitet entsteht. Sie variiert auch von Mal zu Mal. Man kann die Trancetiefe durch entsprechende Suggestionen und andere Maßnahmen verändern, in die eine, wie auch in die andere Richtung.

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Klassische Hypnose und MILTON H. ERICKSON

Hypnose wurde schon im alten Ägypten praktiziert. Die Geschichte zieht sich dann durch die gesamte Zeit bis mit SIGMUND FREUD eine Form entstand, die wir heute "Klassische Hypnose" nennen. Die Bedeutung der Hypnose als Therapie war nicht vorhanden, eher als untersuchendes und im Höchstfalle symptomverschiebendes Verfahren. MILTON HYLAND ERICKSON, amerikanischer Arzt (Psychiater) und Psychotherapeut, geb. 1901, lernte die Hypnose in den 20er Jahren kennen und war sehr schnell davon überzeugt, dass damit mehr möglich sei. Im Laufe der Jahrzehnte, bis zu seinem Tod 1980, revolutionierte er die Hypnosetherapie hin zu einem eigenständigen, wirksamen und tiefgreifenden Therapieverfahren dessen Ergebnisse dauerhaft sind. Er entwickelte dabei ein neues Verständnis von Trance und Hypnose und über Psychotherapie schlechthin. Viele Ideen, die in der Praxis nachvollziehbar Wirkung zeigen, sind bis heute umstritten. Da uns aber nicht so sehr die psychoanalytisch-wissenschaftlich Theorie vom Warum, Wieso und Weshalb interessiert, sondern es uns um tatsächliche Ergebnisse und Veränderungen im Alltag geht, können wir sie uns zu Nutze machen.

Die Arbeit des amerikanischen Psychiaters Milton H. Erickson (1901-1980), der als der bedeutendste Praktiker und Lehrer der modernen Hypnotherapie angesehen wird, ist in den letzten 20 Jahren im deutschen Sprachraum immer bekannter geworden. Inzwischen sind auch die gesammelten Werke von Erickson ins Deutsche übersetzt, und es finden regelmäßig große Tagungen und Kongresse zur Hypnose statt, die - neben anderen Hypnosegesellschaften - großenteils von der Milton H. Erickson Gesellschaft (M.E.G. e.V. München - Haftungsausschluss für Links) organisiert werden. International wird das Erbe von Erickson durch die Erickson Foundation weiterentwickelt und gefördert. Obwohl Erickson eine Vielfalt origineller Lösungsstrategien (strategischer Ansatz) entwarf und das therapeutische Interventionsrepertoire ganz wesentlich durch seine hypnotherapeutischen Ansätze bereicherte, bestand sein eigentliches Genie wohl darin, klientenspezifische Persönlichkeitseigenschaften, Fähigkeiten, Lebenserfahrungen und Erinnerungen als therapeutische Ressourcen in kurzzeittherapeutischen Verfahren so zu aktivieren (statt Defizit-Ressourcen-Orientierung), dass sie dem Klienten zur Realisierung seiner eigenen Ziele wirkungsvoll verhelfen (Utilisationsansatz). Man kann seine Methode vielleicht beschreiben als: "Alles zu nutzen, was hilft"! Erickson sah jeden Menschen als einzigartig an, und er nutzte deshalb für die Therapie, was immer der Klient in der Sitzung anbot oder in die Praxis "mitbrachte". Erickson versuchte, den Klienten in seiner persönlichen "Realitätskonstruktion", in seiner individuellen inneren Welt von Einstellungen, Werten, subjektiven Erfahrungen und Interpretationen zu verstehen und zu begegnen. Und er war sehr erfolgreich darin! Ericksons Kreativität in der Wahrnehmung von Details, im Umgang mit allen Botschaften des Klienten, im strategischem Denken und psychotherapeutischen Handeln ermöglicht es ihm, dem Klienten in seiner subjektiven Welt zu begegnen und somit manchmal schnelle und gewissermaßen genial-einfache Lösungen oder Wege zur Veränderung zu finden.
(Text und Bild adaptiert von der M.E.G.) Haftungsausschluss für Links

Die wesentlichen Unterschiede

Klassisch-EricksonIn der klassischen Hypnose geht man sehr direkt, schematisch und autoritär vor. Der Hypnotisand muss in die unterwürfige Rolle des Menschen schlüpfen, der es über sich ergehen lässt. Manche Menschen kommen mit den linearen und schematischen Einleitungen (Induktion) und befehlsartigen Suggestionen klar, viele aber nicht. Deshalb denken heute noch viele, dass nicht jeder hypnotisierbar ist. „Setzen Sie sich hin und entspannen Sie. Schauen Sie auf das Pendel, verfolgen Sie es mit Ihren Augen. Schlafen Sie! Schließen Sie die Augen. Sie hören nur noch meine Stimme. Zigarette schmecken widerlich und es wird Ihnen schlecht, wenn Sie rauchen. Sie wollen das nicht mehr...“ Dies sind Worte, die ein klassischer Hypnotiseur verwenden könnte.

Ein "ERICKSONianer" arbeitet indirekt, bringt seine Suggestionen häufig verwoben unter in dem, was er sonst noch so sagt. Wir arbeiten sehr individuell und systemisch, beziehen also die gesamte Umwelt, in der der Klient oder Patient lebt mit ein. Es geht schließlich darum, den Hypnotisanden geschickt zur Kooperation zu bewegen, ihm zu helfen, einen ganz natürlichen Zustand zu erreichen, den wir Trance nennen und den er schon Tausende male mehr oder weniger tief erlebt hat. Es kommt auch gar nicht so darauf an, wie tief die Trance ist. Selbst in sehr leichten Entspannungszuständen, kann ein Mensch tiefgreifende Veränderungen erleben. Es ist eher eine Art Kommunikation unter Freunden und der Rapport, der im klassischen Sinne "Folgsamkeit" bedeutet, bedeutet hier "Vertrauen".

Ein ERICKSONscher Therapeut oder Hypnotiseur versucht möglichst genau die Vorstellungswelt und das Leben des Hypnotisanden zu verstehen und mit allem, was er tut, sich in diesem System zu bewegen. Ihn auf der Ebene abzuholen , auf der er ist und ihn zu seinem Ziel zu führen, ihn zu begleiten.

„Sie können sich gerne jetzt bequem hinsetzen und schon einmal beginnen, in Ihrer Weise zur Ruhe zu kommen. Sie können spüren, wie Ihre Hand auf Ihrem Oberschenkel liegt und sich dabei von meiner Stimme begleiten lassen, während Sie noch tiefer in Trance gehen. Sie können gespannt darauf sein, wann sich Ihre Augen von ganz von alleine schließen wollen, um Ihnen innere Bilder zu zeigen, die Sie gar nicht bewusst sehen müssen um zu wissen, dass Zigaretten von jetzt an unangenehme Gefühle erzeugen. Vielleicht sind es üble Erfahrungen von Rauch-Exzessen die sich von ganz von alleine mit jeder zukünftigen Zigarette assoziieren, während es sich so viel besser anfühlt, klare und frische Luft zu atmen...“

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Was ist das Unterbewusstsein?

Das Unterbewusstsein, auch das „Unbewusste“ oder kurz UB genannt, sehe ich als das eigentliche Bewusstsein an. Dementsprechend sind Bewusstseinsentwicklungen immer Entwicklungen des Unbewussten. Das Tagesbewusstsein ist für mich lediglich eine Kontroll-Ebene, die sich im wesentlichen mit dem bewussten Kontakt zur Umwelt beschäftigt (Kommunikation, Planungen, Handlungen,...). Das Unterbewusstsein ist somit die Ebene des automatisierten Verhaltens in allen Aspekten des täglichen Lebens.

Nach Untersuchungen des Psychologen ALBERT MEHRABIAN lässt sich die Effektivität der Kommunikation (vgl. "Gelungene Kommunikation im Alltag") in ca. 7% durch die tatsächlichen Worte, 38% durch die Tonalität und etwa 55% durch die Gestik und Mimik erklären. Tonalität, Mimik und Gestik lässt sich nur „gewaltsam“ und dann auch nur teilweise bewusst beeinflussen. Und das wirkt dann auch ziemlich inkongruent (nicht überzeugend)! Neueste Untersuchungen zeigen, dass die Wirksamkeit der rein digitalen Information, also der bewusst ausgesprochenen Worte, nur rund 3% ausmacht. Außerdem sind die „restlichen“ unbewussten analogen 97%, also Tonalität, Mimik und Gestik, fast untrennbar miteinander verkoppelt. Wie groß ist also die Bedeutung unseres Unterbewusstseins im täglichen Leben?

Einige meiner Teilnehmer sind auch nach dieser Erkenntnis noch davon überzeugt, dass sie im Wesentlichen ein „bewusstes“ Leben führen und fast immer bewusst entscheiden, was sie wann und wie tun. Jeder kann sich selbst beobachten und überlegen, wie viele seiner großen und vielen kleinen Entscheidungen, die er täglich trifft, er tatsächlich bewusst vornimmt. Gehen Sie tatsächlich ganz bewusst los, wenn die Ampel auf Grün schaltet? Entscheiden Sie bei jedem einzelnen Produkt, ob Sie es und von welcher Firma Sie es kaufen wollen? Überlegen Sie in jeder, noch so unwichtigen Situation ganz genau, was Sie im einzelnen tun oder wie Sie reagieren wollen?

Falls Sie, so wie ich, zu der Erkenntnis kommen, das Ihr Unbewusstes der entscheidende Motor und "Strategien-Spender" Ihres Alltags ist, dann wissen Sie, dass tatsächliche Veränderungen nur im Unbewussten stattfinden können. Diese wirken sich dann natürlich auch ganz automatisch und natürlich aus!

Die "ERICKSONianer" sehen das UB auch als Sitz der Ressourcen, also all Ihrer Talente, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Möglichkeiten. Deshalb geht es nach ERICKSON und im NLP darum, Ressourcen zu befreien.

Viele beschreiben auch noch etwas, das wie ein Kern im Unterbewusstsein sitzt. Man könnte es vielleicht als „Überbewusstsein“ bezeichnen. Ich assoziiere es mit Intuition, Identitätsbewusstsein und Lebensaufgabe (vgl. "Lebe Dich selbst!-Workshops" und "Lebenssinn erkennen und verwirklichen im Einzelcoaching").

Da das Unterbewusstsein ähnlich wie ein Computer handelt und reagiert, wird es oft auch als solcher oder als Software bezeichnet. Das UB denkt immer in Wahrnehmungen (also inneren Bildern, inneren Stimmen, Geräuschen, Töne und Musik, inneren Tast-Wahrnehmungen, Gerüchen und Geschmäcken = Repräsentations-Systeme). Es kann also nicht so ohne weiteres Negationen wie Nichtrauchen, keine Schmerzen, ohne Stress oder Angstfrei verarbeiten, weil man daraus z.B. kein Bild machen kann. Deshalb sollten Sie sich auch vor einer Selbsthypnose immer fragen, wie genau es sein wird, wenn Sie Ihr Problem überwunden haben und was im Einzelnen Sie dann wahrnehmen und erleben werden, anstatt es mit Negationen zu beschreiben.

Das Unbewusste kann in Trance u.U. buchstabengenau auf Suggestionen reagieren (Literalismus). Deshalb empfehle ich meinen Selbsthypnose-Teilnehmern genau darauf zu achten, was Sie sagen, wenn sie sich in Trance Selbst-Suggestionen geben; besonders dann, wenn sie diese häufig wiederholen (Affirmationen).

Eine weitere interessante Fähigkeit des Unterbewusstseins tritt je deutlicher zutage, desto tiefer man in Trance ist: Es kann Sinn aus Unsinn machen. Eine weinende Tomate, eine kalte Hitze oder der Klang der Stille werden vom UB sinnbringend übersetzt und als sinnvoll empfunden, obwohl das bewusste Denken es nicht versteht.

Das Unbewusste wird auch mit den Gefühlen in Verbindung gebracht. Gefühle kommen immer aus dem UB. Das erklärt, warum es so schwierig ist, ganz bewusst Gefühle zu erzeugen oder abzustellen. Es ist aber erlernbar!

Die Anhänger der Hemisphären-Theorie bezeichnen die rechte Gehirnhälfte als Sitz des Unterbewusstseins. Dementsprechend werden ihm die Eigenschaften dieser Gehirnhälfte zugeschrieben.

Weitere Informationen über Hypnose nach Milton Erickson finden Sie auf der Homepage der Milton-Erickson-Gesellschaft (M.E.G.). Haftungsausschluss für Links

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Ein Wort zum Thema Bühnen-Hypnose

Show-Hypnose hat in den meisten Fällen gar nichts mit Hypnose zu tun! Am 06.02.2002 gab es im ZDF Gesundheitsmagazin Praxis einen interessanten Beitrag zu diesem Thema.

Die ZDF Online-Redaktion hat dazu geschrieben, dass echte Hypnose eine in der Medizin und Psychologie anerkannte Therapieform sei. Show-Hypnose ziele hingegen darauf ab, Menschen lächerlich zu machen und könne ihnen sogar gefährlich werden.

Seriöse Therapeuten seien der Ansicht, dass Show-Hypnose wenig mit echter Hypnose zu tun habe. Denn der "Magier" nutze dabei vor allem die hohe Erwartungshaltung der Zuschauer für seine Zwecke aus, die davon ausgehen würden, dass die Kandidaten tatsächlich hypnotisiert werden.

Zu Beginn der Show suche er durch verschiedene Spielchen, wie zum Beispiel durch das Anleuchten mit einer Taschenlampe, gezielt Menschen aus, die ihm besonders leicht beeinflussbar erscheinen würden. Oben auf der Bühne erhöhe dann das Lampenfieber zusätzlich die Empfänglichkeit der Kandidaten. Jetzt seien sie leicht zu allen möglichen lächerlichen Handlungen zu bringen.

Der Magier achte darauf, nur Kunststücke abzuverlangen, die auch ohne Hypnose gelingen würden. Die Kandidaten spielten im Rampenlicht dabei häufig mit, obwohl sie meist gar nicht in einem Trancezustand seien. Um die Teilnehmer zu motivieren, dabei zu bleiben, arbeiteten Show-Hypnotiseure sehr viel mit Applaus und Anerkennung vom Publikum.

Verdeckte Psychosen könnten dabei aufbrechen, denn nicht alle Kandidaten simulierten. Die besondere Situation auf der Bühne, mit Nebel, Licht und magischen Formeln könne zusammen mit der Erwartung, jetzt hypnotisiert zu werden, tatsächlich zu einem Trancezustand führen. Dabei müsse der Showhypnotiseur gar nicht viel nachhelfen. Wenn Kandidaten tatsächlich in eine solche Trance hinein gerieten, könne daraus ein Problem entstehen. Denn in diesem Zustand könnten je nach Persönlichkeit und individuellen Vorerfahrungen zum Beispiel verdeckte Psychosen hervorbrechen. Das passiere allerdings äußerst selten.

Die Showveranstaltungen ständen vor allem deshalb in der Kritik, weil die Kandidaten auf der Bühne lächerlich gemacht würden und dadurch die seriöse Hypnosetherapie in Verruf gerate. Echte Hypnose unterscheide sich von der Showhypnose grundsätzlich dadurch, dass sie in einem geschützten Umfeld und nicht in der Öffentlichkeit stattfände. Sie habe das Ziel, dem Patienten positive Suggestionen zu vermitteln und bei der Bewältigung von Problemen und Krankheiten zu helfen.

Der Beitrag der ZDF Online-Redaktion stammte vom Dipl.-Psych. Hans-Jörg Hautkappe von der Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Hypnose.

Soviel jedenfalls zum Thema Show-Hypnose.

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Literatur Empfehlungen:

Buch-Cover Therapie in Trance„Therapie in Trance – Hypnose: Kommunikation mit dem Unbewussten“ von JOHN GRINDER und RICHARD BANDLER, Verlag Klett-Cotta, ISBN 3-608-95140-7, Preis: 25,-- EUR

Ein Hypnose-Buch von den beiden meisterhaften Hypnose-Schülern MILTON H. ERICKSON’s. Genauer gesagt ist es eine Zusammenstellung verschiedener Seminar-Transkripte, die auch die faszinierende Art und Weise der Vermittlungskunst GRINDER’s und BANDLER’s zeigt. Die beiden haben übrigens auch schon das NLP entwickelt. Das  Buch bringt einen komplexen Überblick über die Hypnose-Therapie MILTON H. ERICKSON’s und beinhaltet auch ein Kapitel über Selbsthypnose. Das Buch führt übrigens mehr oder weniger zwangsläufig von einer Trance in die andere und es ist überraschend zu entdecken, dass man auch unbewusst sehr gut, vielleicht sogar besser, lernen kann.


Buch-Cover Die Kunst der Hypnose„Die Kunst der Hypnose. Dialoge mit dem Unbewussten. Mit Übungen zur Selbsthypnose“ von WERNER EBERWEIN und GERHARD SCHÜTZ, Junfermann-Verlag, ISBN 3-873-87265-X, Preis: 18,-- EUR

Ein Buch mit einem sehr praxisorientiertem Selbsthypnose-Teil von zwei Autoren, die sich mit der ERICKSONschen Hypnose beschäftigen. Sehr gut verständlich.

   


„Lehrbuch Hypnose“ von HANS-CHRISTIAN KOSSAK, PVU, ISBN 3-621-27146-5, Preis: 79,-- EUR

Das wissenschaftliche Standardlehrbuch der Hypnose-Therapie der Universitäten. Dieses Buch empfehle ich deshalb, weil es ein sehr aufgeklärtes, wissenschaftlich genaues Buch über die Hypnose ist. Schmökern Sie einmal darin, wenn Sie es in einer gut sortierten Buchhandlung stehen sehen (der Preis eignet sich nicht gerade zum selber kaufen).

 


CD "Romanze eines Sommers" (THOMAS EICHENBRENNER), Mentalis-Verlag (ISBN 3-932239 -65-2), Preis: 19,95 EUR.

Sie wurde speziell für die professionelle Trance-Arbeit komponiert und führt schon, ohne weitere Sprach-Induktionen, allein in eine leichte Trance. Es gibt keinen negativen Gewöhnungseffekt und wurde selbst von Leuten akzeptiert, die sonst Schwierigkeiten mit Entspannungsmusik hatten. Wir haben sie als Hintergrundmusik für unsere Selbsthypnose-CDs verwendet.

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Link-Empfehlungen

Haftungsausschluss für Links

Milton H. Erickson Gesellschaft für Klinische Hypnose e.V. Die Domain der M.E.G. mit vielen Informationen über Hypnose, Milton Erickson u.v.a.m.


www.hypnose.de - der Link zu den großen, deutschsprachigen Fachgesellschaften für Hypnose.


Deutsche Gesellschaft für Hypnose. Die Gesellschaft der klassischen Hypnose mit vielen allgemeinen Informationen über Hypnose.


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Haftungsausschluss für Links :: Aktualisiert: 05.07.07